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30. Juli 21:30


Professione: Reporter

F/I 1975. Regie: Michelangelo Antonioni. Mit Jack Nicholson, Maria Schneider, Jenny Runacre, Ian Hendry, Steven Berkoff. 126 min. engl. OmfU
Das Meisterwerk von Michelangelo Antonioni, ein Film über die Macht der Erinnerung und der Bilder im Gewand eines Thrillers: Jack Nicholson als mit seinem Leben unzufriedener Journalist, der sich in Afrika die Identität eines toten Waffenhändlers aneignet, und auf den Spuren von dessen Terminkalender durch Europa reist. Seine Route ist geheimnisvoll gewunden, wie die Gaudi-Schnörkel, vor denen er in Spanien eine junge Architektur-Studentin kennen lernt, die ihn begleiten wird bis zum fatalen Ende – das in einem der legendärsten Kameramanöver des Kinos choreografiert ist.
31. Juli 21:30

TRIBUTE TO JERRY LEWIS

The Disorderly Orderly

US 1964. Regie: Frank Tashlin. Mit Jerry Lewis, Glenda Farrell, Susan Oliver, Everett Sloane, Kathleen Freeman.
90 min.
OF
The Disoderly Orderly rangiert auf Platz 1 der nach oben hin offenen Schmerzenskala der Jerry-Lewis-Filme. Jerome, der Krankenpfleger einer Nervenheilanstalt, erleidet ständige Höllenqualen. Erstens hat er schwer mit der schmallippigen Oberschwester Freeman zu kämpfen, dann lässt ihn ein psychischer Defekt  jedes Wehwehchen seiner Patienten am eigenen Leib erfahren, was reihenweise Gags voll surrealer Körperkomik provoziert. Wie den mit der Mumie: Ein von Kopf bis Fuß bandagierter, von Jerome „versorgter“ Patient, rollt im Park der Klinik eine Wiese hinunter und zerschellt am Fuß des Hangs – in Nichts.
1. August 21:30

The Third Man

UK 1949. Regie: Carol Reed.
Mit Joseph Cotten, Alida Valli, Orson Welles, Trevor Howard. 104 min.
OF
Viennoir. Eigentlich ist alles immer schon passiert, wenn Holly Martin die Szene betritt, ein amerikanischer Kriminalautor, der sich im zerstörten Nachkriegswien auf die Suche nach seinem Jugendfreund, einem gewissen Harry Lime, macht: der Freund schon tot, die Polizei schon da, der Zeuge schon ermordet, die Frau schon vergeben. The Third Man, ein britischer Klassiker aus Wien, inklusive „Ruinenlandschaft und Elendsästhetik, mit Zithergeklimper und dem unheimlichen Riesenbabykopf des Orson Welles, wurde einer der wirklich großen europäischen Nachkriegsfilme“ (Jean Améry).

2. August 21:30

PREMIERE

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Wonderful World


Marokko 2007. Regie: Faouzi Bensaïdi. Mit Faouzi Bensaïdi, Nezha Rahile, Fatima Attif. 99 min. Omd/fU
Das moderne Casablanca, eine Stadt voller Gegensätze, ist der realistische, vibrierende Hintergrund für diesen kühnen, visuell aufregenden und gewitzten Genre-Mix vom talentierten Marokkaner Faouzi Bensaïdi: Er selbst spielt auch die Hauptrolle – einen stoischen Auftragskiller, der sich in eine Stimme verliebt und auf die Suche nach dem dazugehörigen Körper macht. Beides gehört zu einer Verkehrspolizistin, die den Vehikelfluss auf einer der befahrensten Kreuzungen Casablancas dirigiert wie ein Sinfonie-Orchester. Als ein Hacker dem Killer auf die Spuren kommt, gerät der in Schwierigkeiten . . .
3. August 21:30


Stranger than Paradise

US 1984. Regie: Jim Jarmusch.
Mit John Lurie, Eszter Balint, Richard Edson, Cecillia Stark, Tom DiCillo, Sara Driver. 90 min.
OmU
„Aaah, I can't remember the joke – but it's good!“ Jim Jarmuschs Klassiker, die Definition von originellem, coolem Kino, Stand 1984 – folglich einer der einflussreichsten Filme seiner Zeit. Ungarischer Besuch im Big Apple, im schäbigen kleinen Apartment eines widerwilligen Cousins, dann zwei Reisen – ins Ödland um Cleveland und ins sonnige Florida (außerhalb der Saison). Recht depressiv eigentlich, dabei unwiderstehlich komisch dank des absurden Understatements der Protagonisten und der pointierten Inszenierung: Kurze, statische Einstellungen, der Rhythmus der Heimatlosigkeit für die Prisoners of Life.
4. August 21:30


Dog Day Afternoon

US 1975. Regie: Sidney Lumet. Mit Al Pacino, John Cazale, Charles Durning, James Broderick, Chris Sarandon, Sully Boyar. 124 min. Omd/fU
Um seinem Freund die Geschlechtsumwandlung zu finanzieren, überfällt Sonny mit zwei Kumpels eine Bank. Als das unbedarfte Trio entdeckt wird, schreitet es zur Geiselnahme – und wird zwei siedendheiße Sommertage lang von Polizei und Medien belagert. Eine absurde, aber wahre Geschichte war Ausgangspunkt für diesen schillernden, spannenden, tragikomischen Höhepunkt des ausklingenden, aufregenden „New Hollywood“-Kinos der 70er: Eine der besten Rollen von Al Pacino, einer der besten Thriller von Genre-Spezialist Sidney Lumet, und einer der besten Filme aus und über New York.
5. August 21:30


La dolce vita

I/F 1960. Regie: Federico Fellini.
Mit Marcello Mastroianni, Anita Ekberg, Lex Barker, Anouk Aimée.
174 min.
OmeU
Die mondäne Welt der römischen Aristokratie, der Künstler und Filmstars spiegelt sich in den Erlebnissen des Klatschkolumnisten Marcello und seines Fotografen Paparazzo in all ihrer luxuriösen Leere wider. Für das Kino ist La dolce vita dasselbe wie Hamlet für die Literatur, ein unerschöpflicher Zitatenfundus – von der über die Dächer der Stadt hinweg fliegenden Christusstatue über die nachts im Fontana di Trevi planschende Sexbombe bis zur Schöpfung des Worts vom „süßen Leben“ und des Berufsstands der Paparazzi.
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