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23. Juli 21:30

Der Feuerwehrball /
Hoří, má panenko


ČSSR/I 1967. Regie: Milos Forman. Mit Jan Stöckl, Josef Sebánek, Josef Svět, Milada Ježková, Jan Stöckl, Frantisek Svet. 71 min. OmeU
Eine mit Laiendarstellern improvisierte Provinzfestposse, in der zunächst Stück um Stück alle Tombolapreise abhanden kommen und schließlich auch noch die acht Kandidatinnen eines hochnotpeinlichen Schönheitswettbewerbs zur Wahl der neuen „Miss Feuerwehr“ antreten. Skurriler als diese Geschichte allerdings ist die Karriere, die Formans grandioser Film in der Tschechoslowakei machte: Er wurde verboten, freigegeben, erneut verboten, für den Oscar nominiert und bis 1989 im Giftschrank weggesperrt.
24. Juli 21:30

Duck Soup

US 1933. Regie: Leo McCarey.
Mit Groucho, Harpo, Chico, Zeppo Marx.
70 min.
OmU
„Der Kriegsfilm“, das Meisterwerk der Gebrüder Marx. Groucho alias Rufus T. Firefly ergreift im Staate Freedonia (Land of the Spree and Home of the Knave) die Macht. Chico und Harpo sind feindliche Spione des Nachbarstaates Sylvanien. Chico wird allerdings von Groucho sofort als Verteidigungsminister eingesetzt. Zeppo gibt einen trotteligen Tenor, die stoische Margaret Dumont eine Witwe, auf deren Vermögen es Rufus abgesehen hat: „Wollen Sie mich heiraten? Hat er Ihnen Geld hinterlassen? Beantworten Sie die zweite Frage zuerst!“
25. Juli 21:30


Il gattopardo

I/F 1963. Regie: Luchino Visconti.
Mit Burt Lancaster, Claudia Cardinale, Alain Delon, Serge Reggiani.
185 min.
OmeU
Viscontis episch gestimmter Abgesang auf die Herrschaft der italienischen Aristokratie, deren Ende sich nach der Landung von Garibaldi und seinen revolutionären Freischärlern auf Sizilien unaufhaltsam nähert. „Wir waren die Leoparden, die Löwen, die Adler“, ahnt Don Fabrizio, der Fürst von Salina, das neue Zeitalter der bürgerlichen Mittelmäßigkeit voraus: „Unseren Platz werden Schafe, Hyänen und Schakale einnehmen.“ – Schlicht unvergleichlich, dieser Totentanz, in dem noch einmal die ganze Pracht, die ganze Macht des Kinos sich entfaltet.
26. Juli 21:30
PREMIERE
Linda Linda Linda

Japan 2005. Regie: Nobuhiro Yamashita. Mit Bae Doo-na, Aki Maeda, Yu Kashii, Shiori Sekine, Takayo Mimura.
114 min.
OmeU
Für den Musikwettbewerb zum Schulabschlussfest benötigt ein Mädchen-Quartett noch dringend die Sängerin: Die Rettung kommt in Form einer koreanischen Austauschstudentin, die kein Wort japanisch kann – was auch nicht unbedingt entscheidend ist, wenn man den von Herzen kommenden Drei-Akkorde-Punk der (in Japan) legendären 80er-Band Blue Hearts spielt. Eine makellose kleine Genre-Perle, die den Konventionen des Teenager-Films mit erwachsener Intelligenz zu Leibe rückt, ohne dabei an jugendlicher Frische zu verlieren – und dabei glücklich macht wie ein guter Pop-Song. Bonus-Glück: ein unfassbarer Moment mit den Ramones.
27. Juli 21:30


Uzumaki

Japan 2000. Regie: Higuchinsky.
Mit Eriko Hatsune, Fhi Fan, Hinako Saeki, Ren Osugi. 90 min.
OmU
Schneckenhäuser, Waschmaschinen, Frisurenknäuel als Objekte einer Obsession: Die Einwohner einer Stadt geraten in den Bann einer pathologischen Faszination für alles, was die Form einer Spirale aufweist – und geraten daraufhin geistig wie körperlich außer Kontrolle. Eine kongeniale, atmosphärisch außerordentliche Adaption eines surrealen Manga-Comics des erfolgreichen Zeichners Junji Ito (im Film übrigens kurz auf einem „Wanted“-Poster zu sehen): Ein Schreckensbild in fahlen Farben und wüsten Winkeln, auf die auch Tim Burton stolz wäre, dazu eine virtuos arrangierte Gänsehaut-Tonspur, die ständig von der Anwesenheit des Unheimlichen kündet.
28. Juli 21:30

The Mask

US 1994. Regie: Chuck Russell.
Mit Jim Carrey, Cameron Diaz, Richard Jeni, Peter Riegert, Peter Greene.
97 min.
Omd/fU
29. Juli 21:30


Andrej Rubljov

UdSSR 1966/69. Regie: Andrej Tarkovskij. Mit Anatolij Solonicyn, Ivan Lapikov, Irma Rauš, Nikolaj Grinko.
182 min.
OmU
Die perfekte Antithese zu Hollywoods illustrierten Künstlerbiografien: Ein „kritisches Sittenbild“ des Lebens im Russland des Mittelalters und des bedeutendsten Ikonenmalers jener Epoche, genannt Rubljow, den die Umstände der Tartarenzeit dazu zwingen, einen Menschen zu töten. In ausgedehnten Plansequenzen und hartem Schwarzweiß gedreht, verhandelt Tarkowskijs monumentaler Film existenzielle Fragen der Moral wie der Kunst; Rubljows berühmtestes Werk, die „Troitsa“ (Dreieinigkeit), entstand aus Schmutz, Blut, Hoffnungslosigkeit.
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