Archiv 2000 |
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Keine KINOSTERNSTUNDEN
Im Sommer 2000 konnten wir bedauerlicherweise KINO UNTER STERNEN nicht durchführen: Die einschneidenden Budgetkürzungen konnten nicht rechtzeitig durch Sponsorengelder ersetzt werden. Die Entscheidung fiel nicht leicht, doch wir wollten auf keinen Fall, dass die Qualität der Veranstaltung sinkt - gerade im Sinne der zahlreichen KINO UNTER STERNEN-Fans. Genaueres erfahren Sie in folgenden Artikeln:
DER STANDARD
Erscheinungsdatum: 6. Juli 2000
KINOSOMMER 2000
Schweigender Stern überm Augarten
Wien - Die beim Veranstalter-Team immer noch einlangenden Solidaritäts-, Trauer- und Unmutsbekundungen reichen von ungläubigem Staunen bis zur zornigen Feststellung, dies sei wohl "die Oberabsage des Sommers. Quasi das Kommando, die Stadt zu verlassen."
Im Mai gaben Judith und Ralph Wieser bekannt, dass das Kino unter Sternen im Wiener Augarten, ein Fixstern am Freiluft-Sommerkino-Himmel, heuer nicht mehr stattfinden wird. Das Städtische Kulturamt hatte, zudem relativ spät, statt der beantragten 1,9 Mio. Schilling Subvention nur 1,3 Mio. zugesagt.
Wo man sich im letzten Jahr unter anderem an "Space Oddities" wie der DEFA-Science-Fiction-Produktion Der schweigende Stern erfreuen konnte, bleibt es also vorerst finster.
Generell wird es für unabhängige Teams oder Programmkino-Betreiber hierzulande von Jahr zu Jahr schwieriger, ihrem Publikum Programme zu bieten, die sich neben den Reprisen aus dem Repertoire der heimischen Verleiher auch noch (kleine) Sonderschauen leisten können. Jene, für eine Filmkultur unverzichtbaren Ausblicke auf neue oder neu zu entdeckende Filme, Filmländer, Filmschaffende, die auch bei guter Auslastung entsprechende Mittel aus den Kulturbudgets brauchen.
Die STANDARD-Sommerkino-Redaktion hofft jedenfalls, dass die Leinwand-Sterne im nächsten Sommer wieder leuchten. (irr)
Die Presse
Erscheinungsdatum: 29.Juni 2000
Kino unter Sternen? Nichts geht mehr!
Das Open-Air im Augarten, Wiens liebstes Sommerkino, kann heuer, nach weiteren Subventionskürzungen, nicht mehr stattfinden.
"Man kann nicht im Mai sagen: ,Machen wir das doch.' Irgendwie schnell, schnell ist das Kino unter Sternen nicht zu machen." Judith und Ralph Wieser, Erfinder und Betreiber des Open-Air-Sommerkinos im Wiener Augarten, bedauern, daß ihre Veranstaltung nach vier erfolgreichen Jahren nun nicht mehr stattfinden kann. Die Kulturabteilung der Stadt Wien habe ihnen Anfang Mai mitgeteilt, daß ihre Subvention um 600.000 Schilling - von 1,9 auf 1,3 Millionen - reduziert werden müsse. Das Kino unter Sternen, alljährlich von gut 23.000 Besuchern besucht (Auslastung: 75 %), kostet in etwa sechs Millionen Schilling. Der Eigenanteil der Veranstalter - aus Kasseneinnahmen, Sponsorengeldern, Verpachtung des Geländes an die Gastronomie - betrug 1999 64 Prozent. Der Zuschuß der Stadt ist dennoch nötig, um die Vorführtechnik und den teuren Gerüstbau zu gewährleisten. Bereits 1999 war das Kino unter Sternen durch den Rückzug der Viennale in finanzieller Bedrängnis. Eine Kürzung um weitere 600.000 Schilling, sagt Judith Wieser, sei nun nicht mehr zu verkraften: "Das persönliche Risiko wird bei einer Reduktion der Fördermittel um 30 Prozent einfach zu groß. Wir würden bei Schlechtwetter Schulden von einer halben Million riskieren."
Nun sei das Scheitern nur teilweise eine Geldfrage. Wäre das Büro Marboe, so die Veranstalter, in der Lage gewesen, eine Aussage über die Finanzierbarkeit des Projekts früher als im Mai zu treffen, dann hätte man "natürlich" auch im Fall eingeschränkter Förderungen nach alternativen Geldquellen suchen können. Eine generelle Zusage war aber vom Ansuchen im Dezember 1999 bis zur ersten Maiwoche 2000 nicht möglich gewesen. Wieser: "Eine Großveranstaltung wie diese braucht eben eine gewisse Vorlaufzeit."
Kulturstadtrat Peter Marboe räumt im Gespräch mit der "Presse" ein, daß die Verzögerung ein Problem darstelle. Er spricht aber auch von "wechselseitiger Verantwortung": "Wenn man etwas wirklich will, dann reicht man nicht nur ein, schweigt monatelang und beklagt sich dann, daß nun alles viel zu spät sei. Dann muß ich eben eine Deadline nennen, einen Termin, an dem ich die Entscheidung brauche." Wieser sieht das anders: Bei unzähligen Telephongespräche mit den Referenten Marboes sei man jedesmal weiter vertröstet worden.
Die für Freiluftkino reservierten 1,9 Millionen Schilling wird Marboe nun auf drei Projekte aufteilen: Das Filmarchiv wird Open-Air-Kino zeigen, ebenso werden Orte wie die Krieau und das Gelände des ehemaligen AKH erneut bespielt. "Es kann in Wien keinen Monopolanspruch auf diese Art des Kinos geben", sagt Marboe, auch habe er die Programme der anderen Anbieter studiert und für gut befunden. Das Argument der "Gießkannen"-Förderung weist er zurück: Ein "größeres Spektrum bieten zu wollen" sei kulturpolitisch wohl zu begrüßen, außerdem seien das "drei sehr differenzierte Projekte". Es sei "kleinlich", 1,3 Millionen Schilling "für wenig" zu halten: Niemand habe Kino unter Sternen "abgesägt", er könne sich auch vorstellen, daß "die Sache biennal" stattfindet. Wieser hält diesen Vorschlag für "interessant", meint aber, daß eine Förderungsentscheidung dann früher zu fallen habe als heuer. St.G.
Kurier
Erscheinungsdatum: 12. Mai 2000
Kein "Kino unter Sternen"
Subvention pro Besucher war Stadt zu hoch Traurige Nachricht für alle Fans des in den vergangenen vier Jahren beliebten Open-Air-Kinos beim Flakturm im Augarten: Das "Kino unter Sternen" findet heuer nicht statt. Die Organisatoren, Judith und Ralph Wieser, begründen ihre Entscheidung mit finanziellen Problemen. Die Kulturabteilung habe mitgeteilt, dass die Subvention um 600.000 S (umgerechnet 26 S pro Besucher) reduziert werde. Die Wartezeit auf eine Antwort, Einreichtermin war Dezember, und die Kürzung der Fördermittel um 30 Prozent würden unzumutbare Arbeitsbedingungen sowie - zehn Wochen vor Veranstaltungsbeginn - ein zu hohes Risiko bedeuten. In den Vorjahren waren im Durchschnitt 23.000 Besucher gezählt worden.
DER STANDARD
Erscheinungsdatum: 13./14. Mai 2000
Die Sterne schimmern im Augarten Kino-los
Wien - Diesen Sommer gehört der Augarten nachtsüber den Gelsen alleine. Sie werden sich nicht mit Kinogehern um die Plätze vor der großen Leinwand beim Flak-Turm streiten müssen (Gelsen gewinnen immer): Das Sommerfilmfestival "Kino unter Sternen" findet heuer nicht statt. Die Veranstalter, Ralf und Judith Wieser gaben Donnerstagnachmittag das "Aus" für das Open Air-Kino bekannt, das von Mitte Juli bis Mitte August im Park stattfinden hätte sollen.
Grund dafür, so Ralf Wieser, war eine Subventionskürzung von 1,9 auf 1,3 Mio. Schilling durch das Kulturamt, von dem die Wiesers erst letzte Woche informiert worden wären. "Unter solchen Bedingungen kann man in zehn Wochen nicht umdisponieren", bedauert Wieser. Das Sommerkino hatte in den letzten vier Jahren pro "Saison" durchschnittlich 25.000 Besucher gehabt. Heftige Kritik an der Subventionsstreichung kommt von der Grünen Kultursprecherin Friedrun Huemer: Während sich SPÖ und ÖVP für Donauinselfest und Stadtfest gegenseitig Subventionen von 20 respektive 10 Millionen Schilling zuschanzten, blieben unabhängige Kulturmittler auf der Strecke. (rott)
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